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Donnerstag, 4. Oktober 2018

Feindliche Übernahme durch den Islam?

Thilo Sarrazin (SPD) hat ein neues Buch geschrieben: „Feindliche Übernahme: Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“. Obwohl die Mainstream-Medien das Buch größtenteils verreißen (SZ: „Deutschland braucht dieses Werk so dringend wie einen Ebola-Ausbruch“), belegt es wieder Platz 1 in den Bestsellerlisten. 
Gipfeltreffen der freien Rede in Berlin
Roger Köppel, Herausgeber und Chefredakteur des Schweizer Traditionsblatts Weltwoche, lud deshalb am 3. Oktober zu einem „Gipfeltreffen der freien Rede“ mit Sarrazin nach Berlin ein. Meine Frau und ich waren dabei. 
Sarrazin stellte in seinem einleitenden Vortrag die fünf Kapitel seines Buches vor und kam zu dem Ergebnis: „Nimmt man den Koran auch nur einigermaßen beim Wort, so ist der Islam beim besten Willen keine Religion des Friedens und der Toleranz, sondern eher eine Gewaltideologie, die im Gewand einer Religion daherkommt. Liebe und Barmherzigkeit, die im Koran auch vorkommen, erstrecken sich nur auf die Gläubigen, nicht auf den Rest der Welt und schon gar nicht auf die Ungläubigen.“
Wer den Koran lese und auswendig lerne, so Sarrrazin, werde unweigerlich angesteckt vom Geist dieses Textes. So sei die islamische Welt von Nigeria bis nach Indonesien von diesem Geist beeinflusst, der Autoritätshörigheit und Gewaltbereitschaft begünstige, selbständiges Denken ablehne, eine Tendenz zum Beleidigt sein und zur Intoleranz gegenüber Andersdenkenden fördere. Er belaste auch das Verhältnis der Geschlechter und behindere die Emanzipation der Frau, indem er mangelnde Bildung, frühe Heirat und Kinderreichtum unterstütze. Das sei eine schwere Hypothek für die Zukunft der islamischen Welt und erkläre ihren zivilisatorisch-technischen Rückstand. 
Unterwerfung sei ein politisches Prinzip in allen muslimischen Ländern. In keinem Land, in dem Muslime in der Mehrheit sind, gelten Nichtmuslime als wirklich gleichberechtigt oder dürften Muslime frei über ihren Glauben entscheiden. Zwar gebe es Unterschiede zwischen moderatem und fundamentalistischem Islam, aber sie liefen in der Praxis der islamischen Welt weitgehend leer. Zumal seien überall die fundamentalistischen Strömungen auf dem Vormarsch. 
Europa hätte kein Problem mit Migranten – so Sarrazin -, sondern nur mit muslimischen Migranten, deren mangelnde Integration sich noch in der dritten oder vierten Generation weitervererbe oder sogar verstärke. Es sei nicht gut, wenn sich in der Gesellschaft Gruppen bildeten, die ethnisch oder religiös dauerhaft abgesondert seien und fast nur untereinander heiraten. Sarrazin warnte deshalb vor „schleichender Islamisierung“ in unserem Land durch „demografische Überwältigung“. Die kriminellen Araberclans hätten in Deutschland bereits 200.000 Mitglieder. Alle stammten sie von einigen 10.000 angeblichen Flüchtlingen aus dem Libanon ab, die größtenteils von Sozialhilfe lebten, während die Männer ihren kriminellen Aktivitäten nachgingen.
Die Zahl der Muslime verdoppele sich von Generation zu Generation. In Berlin-Neukölln würden zum Beispiel die Türken und Araber einen Bevölkerungsanteil von 20 % stellen, aber bereits 50 % der Schulkinder. Sarrazin leitet daraus die Prognose ab, dass wir in 40-60 Jahren überall in Europa muslimische Mehrheiten haben würden. Das Problem dabei sei, dass überall dort, wo Muslime die Mehrheit hatten, Demokratie und Religionsfreiheit abgeschafft worden seien. 
Was ist zu tun?
Sarrazin schlug deshalb vor, in ganz Deutschland und Europa die Einwanderung aus muslimischen Ländern weitestgehend zu stoppen. Außerdem müssten wir einen ganz anderen Anpassungsdruck  auf die bei uns lebenden Muslime ausüben. Wir dürften nicht ständig behaupten, der Islam sei demokratiekompatibel. Leider hätten die ihm bekannten Politiker in CDU und SPD nicht die geringste Ahnung, was der Islam eigentlich sei, und würden deshalb unser Menschenbild auf andere Kulturen unreflektiert projizieren. 
Ein Frager aus dem Publikum vermisste an diesem Abend, dass von Sarrazin überhaupt nicht über das Christentum geredet werde. Das persönliche Bekenntnis – so entgegnete Sarrazin – sei eine persönliche Angelegenheit. Außerdem würde das Christentum seit der Aufklärung seine Kraft verlieren, weil durch die moderne Wissenschaft der Kreis der Religion immer eingeschränkter werde. Dieser Prozess sei unumkehrbar. Es sei deshalb ein Irrtum, man könne den einen Aberglauben (Islam) durch einen anderen Aberglauben (Christentum) ersetzen. Wir müssten allen Religionen die ihnen innewohnende Übergriffigkeit austreiben. 
Und damit sind wir bei einem Schwachpunkt des Sarrazinbuches: Während er sich intensiv mit dem Islam beschäftigt hat und seine Thesen durch eine ungeheure Fülle von kaum widerlegbaren Fakten untermauert, hat er vom Christentum und den christlichen Wurzeln Europas kaum eine Ahnung. So schreibt er in seinem Buch: „Wissenschaftlich gesehen, ist jede Religion nichts als ein Aberglaube, der von vielen geteilt wird, und eine Weltreligion ist ein Aberglaube, der von besonders vielen Menschen über besonders lange Zeit geteilt wird“ (S. 370 f.). Die Frage nach dem Wahrheitsgehalt von Religionen stellt er nicht und gibt in der Einleitung seines Buches auch ehrlich zu: „Ich bin eher Agnostiker als religiös.“ 
Er behauptet, die allergrößten Grausamkeiten seien von Religionen begangen worden und blendet dabei die von totalitären, auf atheistisch-materialistische Ideologien verübten Massenmorde aus. Immerhin erkennt er aber an, dass die Verwirklichung der Menschenrechte in einem Staat positiv korreliere mit dem Anteil der Christen an dessen Bevölkerung. 
Was Sarrazin verkennt: Ein Europa, das sich immer schneller von seinen christlichen Wurzeln verabschiedet, begünstigt nicht nur durch eine Politik der unkontrollierten Masseneinwanderung die feindliche Übernahme durch den Islam, sondern auch durch das geistige Vakuum, das das Verdunsten des christlichen Glaubens hinterlässt. 
Gerhard Lenz
Weiterführende Literatur zum Thema: