Seiten

Donnerstag, 23. Juli 2015

Mein Weg zu Christus

Ich stamme aus einer katholischen Familie. Meiner Mutter gab ihr Glaube Halt, sie betete täglich und ging jeden Sonntag in die Kirche. Mein Vater tolerierte das, besuchte aber höchstens zu Weihnachten die Kirche, da er in seiner Jugend schlechte Erfahrungen mit Katholiken gemacht hatte.
22. Ausgabe des DIALOGIKUS
Mit 10 Jahren wurde ich Ministrant und später Lektor, mit 18 Jahren Pfarrjugendleiter. Ab diesem Alter gründete und gestaltete ich als Chefredakteur die Zeitschrift „Dialogikus“, die sich vor allem kritisch mit der kath. Kirche auseinandersetzte und in ihrer Blütezeit eine Auflage von monatlich 5.000 Exemplaren erreichte.
Als in Deutschland dann fast alle Illustrierten Artikel über die „Jesus People“ und ihren Pastor Volkhard Spitzer brachten (Drogensüchtige wurden da durch Jesus frei von ihrer Sucht), beschloss ich, etwas über sie zu schreiben und fuhr zu einem „Jugendmeeting“ in deren Gemeinde am Nollendorfplatz. Ich wusste schon, was ich ungefähr schreiben wollte: „Flucht in die religiöse Innerlichkeit – statt durch politisches Engagement die Welt zu verändern.“ Doch dann kam alles ganz anders.
Die Songs beim Jugendmeeting und die Predigten von Pastor Spitzer begeisterten mich. Nicht so angestaubt und langweilig wie in meiner Kirche! Ich ging immer wieder dorthin und staunte, dass sie laut zu Jesus wie zu einem guten Freund beteten und glaubten, dass er ihr Leben ändern und Wunder vollbringen könne. Und immer hatten alle eine Bibel dabei, in der sie ständig nachschlugen.
Ich beneidete sie um ihren starken Glauben und fing an, an einem Abend alle vier Evangelien hintereinander zu lesen. Meine Liebe zu Jesus wuchs von Stunde zu Stunde und ich entdeckte, dass er in inniger Verbindung zu seinem Vater im Himmel gelebt und sich immer wieder zum Gebet zurückgezogen hatte. So fing auch ich an diesem Abend zu beten an: „Jesus, wenn es dich wirklich gibt, dann komm in mein Herz und lass mich deine Nähe spüren.“
Nach einigen Stunden des Ringens im Gebet durchflutete mich plötzlich ein Gefühl der Wärme und Liebe, wie ich es bis dahin nicht gekannt hatte. Ich wusste, Jesus hatte mich in diesem Moment als sein Kind angenommen. Es war die Nacht vom 28./29. Januar 1972. Diesen Jesus wollte ich jetzt näher kennenlernen, für ihn leben und beschloss, statt Politologie und Geografie die Fächer Deutsch und katholische Theologie zu studieren. Um meinen Glauben zu vertiefen, schloss ich mich einem charismatischen Gebetskreis an, der von zwei Jesuitenpatres geleitet wurde, die lebendige Abende und Gottesdienste mit uns gestalteten. In diesen Kreis schleppte ich eines Tages ein Mädchen, das auch von Jesus gepackt wurde und das ich später zum Traualtar führte. Jetzt sind wir schon 40 Jahre verheiratet, haben vier erwachsene Töchter und acht Enkelkinder.
Nach meinem Studium war ich von 1976 – 2014 Lehrer, Konrektor und kommissarischer Schulleiter an einer katholischen Grundschule in Berlin. Meine Hauptfächer waren Deutsch, Mathematik und Religion. Kaum in den Ruhestand versetzt habe ich noch einmal für drei Jahre Krankenvertretungen an Schulen übernommen. Diese glückliche Zeit in meinem Traumberuf als Lehrer ging aber am 19. Juli 2017 endgültig zu Ende. Weitere Krankenvertretungen werde ich nicht mehr übernehmen, denn zwei meiner Töchter sind nach einer Babypause in den Schuldienst zurückgekehrt und als Opa von acht Enkeln wird man auch gebraucht.
Was mir die Zukunft bringt, weiß ich nicht. Einer aber bleibt immer an meiner Seite: Jesus.
Ohne ihn kann ich mir ein erfülltes, glückliches Leben nicht mehr vorstellen. Er hat uns durch alle Schwierigkeiten des Lebens hindurchgeführt und wird uns auch in dunklen Stunden immer nahe sein. Mein Herzenswunsch: Dass immer mehr Menschen ihn kennen und lieben lernen!
Deshalb möchte ich weiterhin meinen Glauben aus Dankbarkeit mit anderen Menschen teilen. So gestalte ich bereits seit sechs Jahren die Facebookseite der »Internetmission Berlin e.V.«, einem Zusammenschluss evang. und katholischer Christen. Schau sie dir einmal an: www.facebook.com/GottinBerlin. Das würde mich sehr freuen.
Gerhard Lenz


Am 21. Juni 2015 beim Gropiuslauf mit drei Enkeln und einem Schwiegersohn.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo Gerhard,
hab grad Deinen Blog entdeckt und die Schnittmenge mit der Citykirche Berlin. Bei mir war es ähnlich (nicht in B) und ich erlebe jetzt eine sehr spannende Lebensphase, die völlig ungeplant und unvermutet über mich hereingebrochen ist. Auslöser war EG 3, das Du im Sept. 2014 ja auch „rebloggt“ hast. Nun kann ich erzählen, dass PP. Franziskus „Schuld“ daran ist, dass ich in einer Freikirche mitmache... Herzlich, http://motetus.wordpress.com