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Mittwoch, 4. Februar 2015

Von Allah zu Jesus

Vor etwa 20 Jahren ist Mary mit ihrer Familie aus dem Iran geflohen. Bis 1979 war dieses Land religiös relativ liberal, bis infolge der Islamischen Revolution Tausende hingerichtet, Schulen und Universitäten geschlossen und Bücher verbrannt wurden, die nicht mit der Scharia vereinbar waren. Mädchen und Frauen mussten lange schwarze Mäntel und Kopftücher tragen, später auch Schleier. So bekam sie Angst um ihre Töchter, denn im Iran ist es erlaubt, 9-jährige Mädchen gegen ihren Willen zu verheiraten. Viele wurden auf dem Schulweg entführt und in arabische Länder verkauft.
Von Allah zu Jesus (Pur-Magazin 2/2015)
Für sie als gläubige Muslima wurde das Leben in dem iranischen Gottesstaat immer unerträglicher. So wurde zum Beispiel ihr Onkel brutal ausgepeitscht, weil er im Monat Ramadan beim Essen eines Apfels erwischt wurde. Kein Krankenhaus durfte ihn aufnehmen und seine schlimmen Wunden versorgen. So fragte sie sich: „Ist es wirklich der Wille Gottes, dass wir so leben? Was ist das für ein Gott?“
Innerlich war sie zerrissen. Als 13-jährige Koranschülerin kam sie mit ihrer Klasse dann an einem Friedhof vorbei, auf dem ein Hingerichteter beigesetzt wurde. Nur wenige Menschen waren da, die um ihn trauerten und weinten: vielleicht die Mutter, der Vater, der Bruder die Schwester. Täglich wurden zu dieser Zeit hunderte, ja tausende im Iran hingerichtet. Die Koranlehrerin forderte die Mädchen auf, Steine zu sammeln und die Trauernden damit zu bewerfen, weil es Feinde des Islam seien. Sie schämte und versteckte sich: „Wie kann Gott so etwas verlangen? Wie kann Allah so hartherzig sein?“ Ihr Glaube an den Islam zerbrach in diesem Moment.
Bis heute hätte sich nichts an diesem furchtbaren Leben in dem iranischen Gottesstaat geändert – auch nicht unter dem neuen Präsidenten Hassan Rohani, betont Mary. Es werden Menschen hingerichtet, wenn sie den Koran kommentieren und kritische Fragen stellen oder es werden Gesichter von Frauen mit Säure verätzt, wenn sie keinen Schleier trügen. Sie verstehe nicht, warum die Welt davor die Augen verschlösse: „Was wir im Iran erleben, ist eigentlich das Muster eines islamischen Staates. Jeder islamische Staat sollte so sein, weil alles in der Scharia und dem Koran so grundgelegt ist.“ Islamisten seien nur solange kompromissbereit, wie sie keine Macht hätten, wenn sie aber in Österreich an die Macht kämen, würde es uns nicht besser ergehen als den Menschen im Iran oder Irak.

Sie verstehe nicht, dass wir schweigen, wenn z. B. ein christliches Ehepaar in Pakistan totgeschlagen und verbrannt werde: „Man muss von der Kirche und den Christen erwarten, dass sie sich mehr für verfolgte Christen, ganz besonders in der islamischen Welt, einsetzen. Und für Mission unter Muslimen wird auch fast nichts getan.“ Dabei gäbe es gerade im Iran viele Menschen, die Jesus suchen.
Doch es sei auch in Europa notwendig, dass sich viele neu bekehren: „Der ganze Konsumkult, dieses Fixiertsein auf Arbeit und Geld anschaffen, um schön leben und teuren Urlaub machen zu können, macht innerlich nicht glücklich, nicht frei, weil das Eigentliche fehlt... Wir sind als Menschen von Gott so geschaffen worden, dass wir uns nach ihm sehnen. Wir möchten mit ihm in Kontakt kommen, ihn lieben und loben und preisen.“ Das würden wir innerlich empfinden.
Als Mary nach ihrer Flucht aus dem Iran in Österreich angekommen war, drohte ihrer Familie die Abschiebung, weil die Behörden die Asylgründe nicht akzeptieren wollten. Das hätte für sie die Todesstrafe oder jahrelanges Gefängnis und Folter bedeutet. Eine Tante von ihr in Deutschland gab ihr den Rat: „Ich bin seit ein paar Jahren Christin. Eigentlich sollte ich schon lange nicht mehr leben wegen meiner schweren Herzerkrankung. Deshalb ist jeder Tag für mich wie ein Geschenk von Jesus Christus. Gehe heute zu einer Kirche und bete in Jesu Namen. Du wirst sehen: Jesus hilft dir! Geh zu Jesus und lass nicht locker, bis er dich hört, bis er dir hilft!“
Sie befolgte den Rat ihrer Tante und spürte schon beim Eintritt in die Kirche einen tiefen Frieden: „Ja, ich habe dort mit meiner ganzen Seele Gott gespürt. Und da habe ich gesagt: Hier ist Gott anwesend! Hier spüre ich ihn!“ Und sie trug ihm ihre Bitten vor, obwohl sie als Muslima in 25 Jahren nie erhört worden ist. Am nächsten Tag wurde ihr Mann aus der Abschiebehaft freigelassen und sie durften bleiben, wenn es auch noch zwei Jahre bis zu einer endgültigen Aufenthaltsgenehmigung gedauert hat.
Nach diesem Erlebnis bekannte sie ihrer Tante, dass sie auch an Jesus Christus glaube, und bekam von ihr ein persisches Evangelium geschickt, das sie in zwei Tagen durchlas. Dabei wurde ihr klar: „Ja, ich möchte Christin werden!“ Da ein Austritt aus dem Islam aber mit dem Tod bestraft werde und sie fürchtete, dass ihr Mann das nicht tolerieren werde, dauerte es noch ein paar Monate, bis sie sich taufen ließ.
Den Christen in Europa rät Mary zu einem vorsichtigen Umgang mit den Muslimen. Das Problem sei die Lehre des Islam: „Als Menschen dürfen Muslime nicht diskriminiert werden. Sonst kann man sie auch nicht für Christus gewinnen. Aber wir müssen wirklich aufpassen in Europa.“ Es werde politisch zu wenig gegen die Radikalen gemacht, die hier Moscheen bauen und Europa islamisieren wollen. Wer einen radikalen Islam leben wolle, solle in islamische Länder gehen.
Die einzige wirksame Waffe gegen den Islam sei die Bekehrung der Muslime: „Persönlich sollten wir für die Bekehrung der Muslime beten und selber ein überzeugendes christliches Leben führen. Wir müssen sie ernst nehmen, ihnen von unserem Glauben erzählen und uns auch einsetzen für die Christen, die in islamischen Ländern so sehr verfolgt und umgebracht werden. Die Kirche ist auf dem Blut der heiligen Märtyrer gewachsen. Und gerade dort, wo die Christen am meisten verfolgt werden, blüht das Interesse am Christentum.“

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