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Montag, 28. Juli 2014

Dynamit auf dem Handy: die Bibel

„Ihr Christen habt in eurer Obhut ein Dokument mit genug Dynamit in sich, die gesamte Zivilisation in Stücke zu blasen, die Welt auf den Kopf zu stellen, dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu bringen. Aber ihr geht damit so um, als ob es bloß ein Stück guter Literatur wäre, sonst weiter nichts.“ Dieses „Zitat des Tages“ von Mahatma Gandhi am 26. Juli über die Bibel ist eine der erfolgreichsten Grafiken der letzten Zeit auf der Facebookseite von „Gott in Berlin“: Sie hat in nur zwei Tagen 11.816 Leser erreicht, wurde 229 mal geteilt und bekam 59 Gefällt-Mir-Klicks. Offenbar wurde hier etwas ausgesagt, was viele Menschen heute so empfinden.


Dynamit auf dem Handy: die Bibel
Ich habe dieses Zitat ausgewählt, weil mir als katholischem Christen die Bibel jahrelang ein „Buch mit sieben Siegeln“ war. Wir hatten zwar eine zu Hause, aber gelesen wurde darin nicht. Außerdem glaubte ich den Inhalt bereits zu kennen. Jeden Sonntag wurden ja im Gottesdienst kleine Abschnitte daraus vorgetragen und alle drei Jahre wiederholte sich das Ganze.
Inzwischen hat die Bibel zwar auch bei manchen katholischen Christen einen Platz im Wohnzimmer auf dem Hausaltar und wird eifrig studiert, aber bei den meisten Christen verstaubt sie wohl eher im Bücherregal. Dabei gibt es sie heute sogar nicht nur als Online-Bibel, sondern auch als Programm für das Smartphone und das Tablet mit täglichem Bibelleseplan und Suche nach Stichworten. Schon mehr als 147 Millionen Menschen haben sich die App bis heute heruntergeladen, die es in 667 Sprachen und zahlreichen deutschen Bibelübersetzungen gibt. Hier findest du die Download-Links oder hole sie dir in Apples App Store oder im Google Play Store.
Als sich in meiner katholischen Gemeinde vor einigen Jahren ein Bibelkreis gründete, fragten einige Gemeindemitglieder entsetzt: Ist denn da auch ein Theologe dabei? Offenbar waren sie der Meinung, nur ein Theologe könne und dürfe die Bibel lesen. Das ist natürlich Unsinn! Sogar Papst Franziskus empfiehlt es: "Man tut gut daran, jeden Tag ein Kapitel davon zu lesen!", ermunterte er zu Ostern die Gläubigen und forderte immer wieder dazu auf, ein kleines Exemplar bei sich zu tragen.
Natürlich bleiben manchmal Fragen beim Lesen offen. Da kann es helfen, in einer Gruppe seine Gedanken auszutauschen. Das kann nach einer simplen Methode geschehen: Bibel teilen. Hier gibt es eine einfache Anleitung dazu.
Ich lernte Jesus erst wirklich zu lieben, als ich anfing, selbst in der Bibel zu lesen. Am ersten Abend las ich gleich alle vier Evangelien hintereinander. Meine Liebe zu Jesus wuchs von Stunde zu Stunde und ich entdeckte, dass er in inniger Verbindung zu seinem Vater im Himmel gelebt und sich immer wieder zum Gebet zurückgezogen hatte. So lernte auch ich wieder beten.
Bibel lesen – eine spannende Beschäftigung! Aber Vorsicht! Sie kann dein ganzes bisheriges Leben auf den Kopf stellen!
Gerhard Lenz für „Gott in Berlin“
Die Bibel-App: Schon mehr als 147.000.000 Downloads!

Dienstag, 22. Juli 2014

2000 Jahre Christentum: Haben wir versagt?


Dieser Tage prasseln so viele schreckliche Meldungen auf uns nieder, dass wir sie kaum noch verarbeiten können. Nur heute habe ich gelesen: Hunderttausende fliehen wegen des Bürgerkriegs aus der Ost-Ukraine, wahrscheinlich riss eine Rakete 298 Menschen in der MH17 über dem Kriegsgebiet in den Tod; weiter Raketenangriffe auf Israel aus dem Gazastreifen, bereits 500 Tote unter den Palästinensern; antijüdische Aggressionen auf deutschen Straßen, 170.000 Ehescheidungen 2013 allein in Deutschland, Euro-Zone häuft neun Billionen Euro Schulden an; zehntausende Christen im Irak und Syrien werden von IS-Kämpfern bedroht mit Kreuzigungen, Köpfungen oder zumindest vollkommener Enteignung und Vertreibung; BOKO-HARAM-TERRORISTEN haben im Nordosten Nigerias mehr als 100 Menschen massakriert...
Wenn ich mich nur noch mit solchen Meldungen beschäftige, merke ich, wie mein Lebensmut sinkt und Resignationsgefühle zunehmen. Dennoch poste ich einiges davon auf Facebook, weil Christen dem Leid und Unrecht in der Welt nicht gleichgültig gegenüber stehen dürfen. Im Gebet versuche ich, alles zu verarbeiten und Gott um Hilfe für die Verzweifelten zu bitten. Aber bringt das überhaupt etwas? Müsste es 2000 Jahre nach Christus nicht viel friedlicher und gerechter auf unserer Erde zugehen?
Folgenden Text hatte ich dazu vor einigen Tagen auf der Facebookseite von „Gott in Berlin“ gepostet. Er wurde von einigen tausend Menschen gelesen und 65 Mal geteilt: 
2000 Jahre Christentum: Haben wir versagt?
Ein Seifenfabrikant sagte zu einem Priester: „Das Christentum hat nichts erreicht. Obwohl es schon bald zweitausend Jahre gepredigt wird, ist die Welt noch nicht anders geworden. Es gibt immer noch Böses und böse Menschen.“
Der Priester wies auf ein ungewöhnlich schmutziges Kind, das am Straßenrand im Dreck spielte, und bemerkte: „Seife hat nichts erreicht. Es gibt immer noch Schmutz und schmutzige Menschen in der Welt.“
„Seife“, entgegnete der Fabrikant, „nutzt nur, wenn sie angewendet wird.“
Der Priester antwortete: "So ist es mit dem christlichen Glauben auch!"
(Quelle: Gisbert Kranz)
Jesus hat uns nicht versprochen, dass es nur noch Friede, Freude und Eierkuchen unter den Menschen geben wird: „Wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, achtet darauf, aber erschreckt nicht! Das muss geschehen, doch es bedeutet noch nicht das Ende. Die Völker und Königreiche der Erde werden Kriege gegeneinander führen. In vielen Teilen der Welt wird es Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben geben“ (Matthäus 24:6-7 HFA).
Aber er gab uns einen klaren Auftrag, etwas dagegen zu tun: „Geht hinaus in die ganze Welt, und ruft alle Menschen dazu auf, mir nachzufolgen! Tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! Lehrt sie, so zu leben, wie ich es euch aufgetragen habe. Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist“ (Matthäus 28:19-20 HFA)!
Gerhard Lenz für „Gott in Berlin“

Donnerstag, 17. Juli 2014

Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Folgenden Dialog von Zwillingen im Mutterleib fand ich heute auf Facebook: „Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“, fragt der eine Zwilling. „Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das, was draußen kommen wird", antwortet der andere.
https://www.flickr.com/photos/linuz90/2516058777/sizes/o/in/photostream/
Gibt es ein Leben nach der Geburt?
„Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von 'nach der Geburt'. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punktum.“„Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird für uns sorgen.“
„Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?“„Na hier - überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!“„Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.“
„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt..." (Quelle: unbekannt).
Gibt es ein Leben nach dem Tod? Mit dieser Frage tun sich viele Menschen ebenso schwer wie unser Zwilling im Mutterleib. „Es ist noch keiner zurückgekommen“, wird behauptet. Aber das stimmt nicht ganz. Manche Menschen haben Nahtoderfahrungen gemacht und erlebt, dass mit dem Tod ist keineswegs alles aus ist.
Als Christen sind wir überzeugt: Einer ist zurückgekommen. Jesus starb am Kreuz, wurde am dritten Tag auferweckt und ist vielen Menschen erschienen, zum Beispiel:
  • Maria Magdalena (Johannes 20, 11-18),
  • den anderen Frauen (Matthäus 28, 8-10),
  • den elf Jüngern (Johannes 20, 26-29),
  • den Emmaus-Jüngern (Lukas 24, 13-35).
Der Apostel Paulus bezeugte: „Er wurde begraben und am dritten Tag auferweckt, wie es die Schriften gesagt haben. Er ist dem Kephas erschienen, dann dem Kreis der Zwölf. Danach erschien er mehr als 500 Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch am Leben sind; nur einige sind entschlafen. Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. Zuallerletzt erschien er auch mir, dieser ‚Fehlgeburt’. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln. Ich verdiene es gar nicht, Apostel genannt zu werden, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe“ (1. Korinther 15,4-7).
Und weiter schreibt er: „Wenn nun aber gepredigt wird, dass Christus von den Toten auferweckt wurde, wie können da einige von euch sagen: ‚Es gibt keine Auferstehung der Toten?’... Wenn wir nur für dieses Leben auf Christus hoffen, sind wir die bedauernswertesten von allen Menschen. Nun ist Christus aber von den Toten auferweckt worden. Er ist der 'Erstling' der Entschlafenen. Weil durch einen Menschen der Tod kam, kommt auch die Auferstehung vom Tod durch einen Menschen“ (1. Korinther 15, 12; 19-21).
Es gibt einen Gott, der uns nahe ist. "In Ihm leben und weben und sind wir" (Apg. 17,28). Noch Zweifel, dass das stimmt? Dann wende dich an unser E-Mail-Team oder lies hier im Blog noch etwas zum Thema „Kann es einen Gott geben?“.

Montag, 14. Juli 2014

Mario Götze: Vom Verräter zum Fußball-Gott

Im April 2013 brach ein Shit-Storm über ihn herein, als sein Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Bayern bekannt wurde: „Du bist der größte Verräter, den es gibt! Manuel Neuer ist genau so ein charakterloses Schwein wie du, Judas!“, beschimpften ihn „Fans“ auf seiner Facebookseite. Beim nächsten Länderspiel – so schrieb ich damals im Blog Glaubenserfahrung-, in dem Götze vielleicht ein entscheidendes Tor für Deutschland schießt, werden ihm dieselben „Fans“ wieder zujubeln.
Gestern Abend war es soweit: Der erst 22-jährige Mario Götze sicherte mit seinem Treffer zum 1:0 gegen Argentinien in der Verlängerung Deutschland den vierten Weltmeistertitel! Was kann es Größeres für einen Fußballspieler geben, als in einem WM-Finale den Siegtreffer zu erzielen! BILD nannte ihn einen „Fußball-Gott“.
Trotz dieses großen Erfolges habe ich gute Hoffnung, dass Mario jetzt nicht überschnappt und abhebt. Denn nach dem Spiel hat er längere Zeit in den Himmel geschaut, um seinem Schöpfer zu danken. Woher ich das weiß?
Das hat er selbst auf seiner Facebookseite verraten, als er schrieb: „Lieber Gott, ich möchte mir eine Minute Zeit nehmen. Nicht, um Dich um irgendwas zu bitten. Sondern einfach, um Danke zu sagen für alles, was ich habe.“ Sein Talent habe er von Gott bekommen, bekannte er, nicht von seinem Vater, der Professor in Dortmund ist und wahrscheinlich schlecht Fußball spielt. Und Gott blieb er auch dann treu, als nicht alles glatt lief und er Anfang des Jahres durch eine schwere Verletzungsphase ging, die seine Teilnahme an der WM fragwürdig werden ließ.
Er stehe dazu, einen „guten Draht zu Gott“ zu haben und postet immer wieder auf seiner Facebookseite Inhalte mit dem Zusatz «Faith», «Hope», «Strength» oder «Believe» (Vertrauen, Hoffnung, Kraft, Glaube).
Außerdem hat eine Münchener Zeitung schon vor einiger Zeit darüber gerätselt, was Mario zusammen mit seinem Freund und FC-Bayern-Kollegen David Alaba für ein seltsames Torjubel-Ritual pflegt, bei dem beide mit ausgebreiteten Armen nach oben schauen. Was die Münchener Journalisten offenbar nicht wussten: Auch David Alaba ist bekennender Christ und gläubige Christen stehen täglich mit ihrem Schöpfer in Verbindung. Man nennt das Gebet. Christen haben das Bedürfnis, Gott täglich für alles Gute zu danken, das ihnen widerfährt. Doch auch ihren Kummer und ihre Sorgen tragen sie ihrem Schöpfer vor. Er zaubert die Probleme zwar nicht weg, hilft ihnen aber, sie zu tragen und durchzustehen.
Gestern Abend hat jedoch nicht ein „Superstar“ den WM-Titel nach Deutschland geholt, sondern ein echtes Team. Deshalb möchte ich noch zwei weitere aus der Mannschaft erwähnen: Podolski und Klose sind ebenfalls durch ihre Frömmigkeit besonders verbunden. Der ehemalige Kölner zündete vor der WM 2006 im Dom seiner Heimatstadt eine Kerze an und betete darum, „dass Gott mich beschützt und mir Kraft gibt“. Sein Motto: „Gott glaubt stets an dich, also verliere auch du nie den Glauben an dich!“
Mit Miroslav Klose haben wir nach Meinung von „Focus“ einen weiteren „Fußball-Gott“ im Team! Der 36 Jahre alte Nationalstürmer hat mit seinem 16. WM-Tor den Brasilianer Ronaldo überholt und ist jetzt alleiniger Rekordschütze bei Fußball-Weltmeisterschaften! Doch auch der gebürtige Oberschlesier (früher Ministrant und Sternsinger in seiner Gemeinde) blieb nach diesem großen Triumph bescheiden und gab zu, dass er regelmäßig betet: „Ich bin gläubiger Katholik – wie alle in meiner Familie. Der Glaube an Gott hat in meinem Privatleben einen festen Platz.“
Und noch einen früheren Messdiener gibt es im Team: Joachim Löw – auch früher in der kirchlichen Jugend aktiv. Wo hat er seine Gelassenheit her? „Ich bin katholisch – aber man kann aus jeder Religion lernen“, verriet er der „Bild“-Zeitung. Der christliche Glaube gebe ihm „die Zuversicht, dass es stärkere Kräfte im Menschen gibt, als den Egoismus. Nehmen Sie den Gedanken der Nächstenliebe. Sehr bewegt haben mich die letzten Worte des Papstes Johannes Paul II: ‚Ich bin froh, seid ihr es auch’.“
Teammanager Oliver Bierhoff fühlt sich ebenfalls in den Höhen und Tiefen des Lebens in seinem christlichen Glauben geborgen: „In schönen Momenten wird einem noch bewusster, dass jemand da ist!“
Co-Trainer Hans Flick kann so auch Niederlagen besser verarbeiten: „Mein Glaube an Gott treibt mich an, immer am Ball zu bleiben und mein Bestes zu geben. Er schenkt mir aber auch Kraft, mit Niederlagen umzugehen.“ 
Wenn auch du Gott näher kennenlernen möchtest, klicke auf diesen Link. Dort findest du auch unsere E-Mail-Adresse, wenn dir jemand bei deinen ersten Schritten zu einem erfüllteren Leben zur Seite stehen soll.

Gerhard Lenz (für „Gott in Berlin“)

Sonntag, 13. Juli 2014

Ich habe keine Zeit!

Zum Beginn meines Ruhestandes vor vier Tagen habe ich nicht nur viele Glückwünsche erhalten, sondern auch gute Ratschläge und Jobangebote. Es scheinen sich viele Menschen um mich zu sorgen, dass mir langweilig werden oder ich Talente im Garten vergraben könnte. Mein neuer Arbeitgeber - meine Frau - wird das schon zu verhindern wissen! Außerdem haben wir gerade Sommerferien und da ist uns in den letzten 38 Jahren niemals langweilig geworden.


Aus der Laudes vom 13. Juli 2014
Es gibt jedoch genug Dinge, für die ich mir während meiner beruflichen Tätigkeit zu wenig Zeit genommen habe. Ich will nicht behaupten, dass ich nicht genügend Zeit gehabt hätte. Gott gibt uns jeden Tag genug Zeit (exakt 24 Stunden). Glaubst du nicht? Doch, es ist so. Denn noch nie habe ich einen Raucher klagen hören, dass er keine Zeit hätte, eine Zigarette zu rauchen. Was uns wirklich wichtig ist, dafür nehmen wir uns Zeit. Es ist ja auch genug davon da.
Einer jedoch bekam immer zu wenig Zeit von mir: Gott. Obwohl ich weiß, dass man den täglichen Kontakt zu ihm braucht wie die Pflanze das Sonnenlicht, gab es viel zu oft „Wichtigeres“ zu tun oder ich war zu müde, hatte keine Lust, fühlte mich leer, wollte lieber einen Film oder Fußball sehen usw. Nun zieht keine Ausrede mehr. Ich kann mir täglich Zeit für ihn nehmen, aber am besten im Tageslauf einplanen, sonst wird es wieder nichts (siehe meine guten Vorsätze für 2014).
Heute Morgen haben meine Frau und ich gemeinsam die „Laudes“ gebetet. Das sind Lobgesänge aus dem Stundengebet der katholischen Kirche, die morgens gebetet werden. Priester und Ordensleute sind durch ihre Weihe zu diesem Breviergebet verpflichtet, das 2. Vatikanische Konzil hat es allerdings allen Gläubigen empfohlen.
Die wenigsten werden diese Empfehlung wohl umsetzen. Für viele hat das Stundengebet den Beigeschmack einer unangenehmen Pflichtübung, außerdem überfordern die hohen Anschaffungskosten für die Bücher und die anspruchsvolle Handhabung viele Anfänger im Gebet. So werden sie nicht entdecken, welch reichen Gebetsschatz das Stundenbuch enthält, wie es uns zum Kennen- und Liebenlernen der Hl. Schrift und zu den Wurzeln unseres Glaubens führt.
Doch – Steve Jobs und dem kath. Pressebund sei Dank! – das Stundengebet ist jetzt ganz einfach geworden. Ihr könnt es euch kostenlos als App auf eure Smartphones oder Tablets herunterladen.
Wie man es betet, wird am Anfang erklärt. Jeder, der lesen und sein Handy starten kann, wird das hinbekommen. Und das Beste: Wenn man die App startet, wird gleich der richtige Tag angezeigt und man braucht nicht lange zu blättern. Wer will, kann sich sogar per Signalton an das Gebet erinnern lassen oder bei Zeitmangel eine Kurzform wählen. Es werden immer gleich die Daten für zehn Tage im voraus geladen, so dass die App auch ohne Internetverbindung funktioniert.
Meine Frau und ich wollen jetzt jeden Tag mit der Laudes beginnen (auch nach den Ferien, wenn sie wieder zur Arbeit muss). Das gemeinsame Gebet heute Morgen war ein guter Start in den Tag, der uns sehr bereichert und im Glauben gestärkt hat. Einen Satz aus dem Morgenlob der Kirche musste ich gleich danach auf Facebook posten, weil er mich so angesprochen hat (s. Foto oben).
Probiert es doch auch einmal: App herunterladen und testen. Ihr müsst ja nicht gleich das ganze Stundengebet beten. Laudes , Vesper (Abendlob) oder Komplet (Tagesabschluss) wären schon einmal ein Anfang.
 Gerhard Lenz (für „Gott in Berlin“)
Das Stundengebet der Kirche - jetzt auch als App