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Samstag, 2. August 2014

"Grüß Gott" oder "Hallo"?

Wir sind zur Zeit wieder mal in Bayern. Eine Gegend, wie sie Gott kaum schöner schaffen konnte. Grüne Wiesen, Wälder, Seen und Berge. Alles, was man sich für einen Aktiv-Urlaub wünscht. Und auf Schritt und Tritt trifft man auf wundervolle Kirchen, kleine Kapellen oder Kreuze am Wegesrand. Alles Zeichen dafür, wie verbunden die Bayern mit ihrem Schöpfer waren und (zum Teil) noch sind.
Nicht mit dem Schwert, sondern mit dem Kreuz machte sich Christus die Erde untertan.
"Grüß Gott" oder "Hallo"?

Die Menschen begrüßen sich hier mit "Grüß Gott!“, eine verkürzte Form von "Grüße dich Gott!“ Das ist kein Befehl, sondern ein Segenswunsch und bedeutet eigentlich „Gott segne dich“.
Ähnlich ist es mit dem bayerischen Abschiedsgruß „bhüetdi' [füeti]“. Das ist die Kurzform von „Behüt dich Gott!“ Kann aber auch so viel bedeuten wie „Der Herr führe deine Wege“. Uns gefallen diese Grußformeln und wir machen sie uns im Urlaub gern zu eigen – verwenden sie aber auch (wenn es passt) in Berlin.
Dort wünschte man sich bis vor einigen Jahren gegenseitig eher einen „Guten Tag“ oder „Guten Morgen“. Auch dieser Gruß soll sich aus dem Wunsch "Gott gebe dir einen guten Tag" hergeleitet haben.
„Guten Morgen“ oder „Guten Tag“ hört man aber in Berlin und anderswo kaum noch. Es ist einem inhaltslosen „Hallo“ gewichen. Und dieses „Hallo“ geht mir gewaltig gegen den Strich, denn es sagt nichts aus. Eher macht man damit auf sich selbst aufmerksam: „Hallo, hier bin ich!“ Für mich ist dieses „Hallo“ Ausdruck einer egozentrischen Gesellschaft, die sich immer mehr von ihren christlichen Wurzeln entfernt.
Auf unserer Wanderung heute kamen uns zahlreiche Touristen entgegen. Wir schmetterten ihnen jedes Mal ein fröhliches „Grüß Gott!“ entgegen. Neun von zehn antworteten: „Hallo“. Die wenigsten haben dabei gelächelt. Mir egal. Ich werde meine Mitmenschen weiterhin mit einem Segenswunsch grüßen, auch wenn sie sich nicht bewusst sind, dass sie den Segen Gottes genauso dringend brauchen wie ich.
Gerhard Lenz für „Gott in Berlin“

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