Seiten

Samstag, 12. Juli 2014

Sind Christen bessere Menschen?

Interview von „Gott in Berlin“ vor der Christuskirche. Ein Passant wird gefragt: „Waren Sie da schon mal drin?“ – „Nee, ich geh’ in keine Kirche!“ – „Was würde sie motivieren, in eine Kirche zu gehen?“ – „Wenn die das leben würden, was sie propagieren, dann würde ich darüber noch mal nachdenken!“
Tja, es ist ein Kreuz mit uns Christen! Oft genug sind wir ein schlechtes Aushängeschild für die hoffnungsvollste Botschaft der Welt: Gott selbst ist in Jesus Mensch geworden, um uns trotz unserer Verfehlungen den Weg zum Himmel wieder zu öffnen.
„Die Christen müssten mir erlöster aussehen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte." So soll der Philosoph Friedrich Nietzsche über uns Christen geurteilt haben. Aufgewachsen in einem Pfarrhaus hat er christliches Leben von klein auf miterlebt. Überzeugt hat es ihn offenbar nicht.  Später wurde er einer der leidenschaftlichsten Bekämpfer des Christentums. Was ist da schief gelaufen?
Ja, es stimmt! Wir Christen strahlen oft zu wenig Freude aus, leben unseren Glauben nicht intensiv genug. Wir richten und tratschen über andere, als ob wir Gottes barmherzige Liebe nicht kennen. Wir vernachlässigen das Gebet, versuchen aus eigener Kraft gute Menschen zu werden und sind zum Scheitern verurteilt. Ohne das tägliche Zwiegespräch mit Gott werden Glaube, Hoffnung und Liebe in uns schwächer. Sind wir nur noch trübe Funzeln statt Licht der Welt.
Wir müssen runter vom hohen Ross, von dem wir manchmal hochmütig auf die Menschen geblickt haben, die Jesus nicht kennen und nach unseren Maßstäben unchristlich leben. Wir müssen ihnen sagen, dass wir auch nicht perfekt sind und trotzdem von Gott geliebt werden; dass wir auch Kummer und Schmerzen erleben, uns von Gott aber getragen fühlen.
Heute habe ich auf Facebook das Gedicht „Ich bin Christ“ von Carol Wimmer gefunden, das sehr gut erklärt, was das Leben eines Christen ausmacht und wie wir Zeugnis von unserer Hoffnung geben können, ohne überheblich zu werden:

Wachsen werden unsere Gemeinden erst wieder, wenn wenigstens wir Christen uns gegenseitig in dieser Haltung begegnen, und unter uns Herzlichkeit, Freundlichkeit und Liebe herrschen, von der Jesus gesagt, dass sie das Kennzeichen seiner Jünger seien: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger d.h. Anhänger seid, wenn ihr euch untereinander liebt“ (Johannes 13,35). Möglicherweise hätte sogar Friedrich Nietzsche in solchen Gemeinden zu einem lebendigen Glauben gefunden.
Gerhard Lenz (für „Gott in Berlin“)
Mehr zum Thema: Unkraut unter Christen?

Keine Kommentare: