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Montag, 14. Juli 2014

Mario Götze: Vom Verräter zum Fußball-Gott

Im April 2013 brach ein Shit-Storm über ihn herein, als sein Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Bayern bekannt wurde: „Du bist der größte Verräter, den es gibt! Manuel Neuer ist genau so ein charakterloses Schwein wie du, Judas!“, beschimpften ihn „Fans“ auf seiner Facebookseite. Beim nächsten Länderspiel – so schrieb ich damals im Blog Glaubenserfahrung-, in dem Götze vielleicht ein entscheidendes Tor für Deutschland schießt, werden ihm dieselben „Fans“ wieder zujubeln.
Gestern Abend war es soweit: Der erst 22-jährige Mario Götze sicherte mit seinem Treffer zum 1:0 gegen Argentinien in der Verlängerung Deutschland den vierten Weltmeistertitel! Was kann es Größeres für einen Fußballspieler geben, als in einem WM-Finale den Siegtreffer zu erzielen! BILD nannte ihn einen „Fußball-Gott“.
Trotz dieses großen Erfolges habe ich gute Hoffnung, dass Mario jetzt nicht überschnappt und abhebt. Denn nach dem Spiel hat er längere Zeit in den Himmel geschaut, um seinem Schöpfer zu danken. Woher ich das weiß?
Das hat er selbst auf seiner Facebookseite verraten, als er schrieb: „Lieber Gott, ich möchte mir eine Minute Zeit nehmen. Nicht, um Dich um irgendwas zu bitten. Sondern einfach, um Danke zu sagen für alles, was ich habe.“ Sein Talent habe er von Gott bekommen, bekannte er, nicht von seinem Vater, der Professor in Dortmund ist und wahrscheinlich schlecht Fußball spielt. Und Gott blieb er auch dann treu, als nicht alles glatt lief und er Anfang des Jahres durch eine schwere Verletzungsphase ging, die seine Teilnahme an der WM fragwürdig werden ließ.
Er stehe dazu, einen „guten Draht zu Gott“ zu haben und postet immer wieder auf seiner Facebookseite Inhalte mit dem Zusatz «Faith», «Hope», «Strength» oder «Believe» (Vertrauen, Hoffnung, Kraft, Glaube).
Außerdem hat eine Münchener Zeitung schon vor einiger Zeit darüber gerätselt, was Mario zusammen mit seinem Freund und FC-Bayern-Kollegen David Alaba für ein seltsames Torjubel-Ritual pflegt, bei dem beide mit ausgebreiteten Armen nach oben schauen. Was die Münchener Journalisten offenbar nicht wussten: Auch David Alaba ist bekennender Christ und gläubige Christen stehen täglich mit ihrem Schöpfer in Verbindung. Man nennt das Gebet. Christen haben das Bedürfnis, Gott täglich für alles Gute zu danken, das ihnen widerfährt. Doch auch ihren Kummer und ihre Sorgen tragen sie ihrem Schöpfer vor. Er zaubert die Probleme zwar nicht weg, hilft ihnen aber, sie zu tragen und durchzustehen.
Gestern Abend hat jedoch nicht ein „Superstar“ den WM-Titel nach Deutschland geholt, sondern ein echtes Team. Deshalb möchte ich noch zwei weitere aus der Mannschaft erwähnen: Podolski und Klose sind ebenfalls durch ihre Frömmigkeit besonders verbunden. Der ehemalige Kölner zündete vor der WM 2006 im Dom seiner Heimatstadt eine Kerze an und betete darum, „dass Gott mich beschützt und mir Kraft gibt“. Sein Motto: „Gott glaubt stets an dich, also verliere auch du nie den Glauben an dich!“
Mit Miroslav Klose haben wir nach Meinung von „Focus“ einen weiteren „Fußball-Gott“ im Team! Der 36 Jahre alte Nationalstürmer hat mit seinem 16. WM-Tor den Brasilianer Ronaldo überholt und ist jetzt alleiniger Rekordschütze bei Fußball-Weltmeisterschaften! Doch auch der gebürtige Oberschlesier (früher Ministrant und Sternsinger in seiner Gemeinde) blieb nach diesem großen Triumph bescheiden und gab zu, dass er regelmäßig betet: „Ich bin gläubiger Katholik – wie alle in meiner Familie. Der Glaube an Gott hat in meinem Privatleben einen festen Platz.“
Und noch einen früheren Messdiener gibt es im Team: Joachim Löw – auch früher in der kirchlichen Jugend aktiv. Wo hat er seine Gelassenheit her? „Ich bin katholisch – aber man kann aus jeder Religion lernen“, verriet er der „Bild“-Zeitung. Der christliche Glaube gebe ihm „die Zuversicht, dass es stärkere Kräfte im Menschen gibt, als den Egoismus. Nehmen Sie den Gedanken der Nächstenliebe. Sehr bewegt haben mich die letzten Worte des Papstes Johannes Paul II: ‚Ich bin froh, seid ihr es auch’.“
Teammanager Oliver Bierhoff fühlt sich ebenfalls in den Höhen und Tiefen des Lebens in seinem christlichen Glauben geborgen: „In schönen Momenten wird einem noch bewusster, dass jemand da ist!“
Co-Trainer Hans Flick kann so auch Niederlagen besser verarbeiten: „Mein Glaube an Gott treibt mich an, immer am Ball zu bleiben und mein Bestes zu geben. Er schenkt mir aber auch Kraft, mit Niederlagen umzugehen.“ 
Wenn auch du Gott näher kennenlernen möchtest, klicke auf diesen Link. Dort findest du auch unsere E-Mail-Adresse, wenn dir jemand bei deinen ersten Schritten zu einem erfüllteren Leben zur Seite stehen soll.

Gerhard Lenz (für „Gott in Berlin“)

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