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Sonntag, 13. Juli 2014

Ich habe keine Zeit!

Zum Beginn meines Ruhestandes vor vier Tagen habe ich nicht nur viele Glückwünsche erhalten, sondern auch gute Ratschläge und Jobangebote. Es scheinen sich viele Menschen um mich zu sorgen, dass mir langweilig werden oder ich Talente im Garten vergraben könnte. Mein neuer Arbeitgeber - meine Frau - wird das schon zu verhindern wissen! Außerdem haben wir gerade Sommerferien und da ist uns in den letzten 38 Jahren niemals langweilig geworden.


Aus der Laudes vom 13. Juli 2014
Es gibt jedoch genug Dinge, für die ich mir während meiner beruflichen Tätigkeit zu wenig Zeit genommen habe. Ich will nicht behaupten, dass ich nicht genügend Zeit gehabt hätte. Gott gibt uns jeden Tag genug Zeit (exakt 24 Stunden). Glaubst du nicht? Doch, es ist so. Denn noch nie habe ich einen Raucher klagen hören, dass er keine Zeit hätte, eine Zigarette zu rauchen. Was uns wirklich wichtig ist, dafür nehmen wir uns Zeit. Es ist ja auch genug davon da.
Einer jedoch bekam immer zu wenig Zeit von mir: Gott. Obwohl ich weiß, dass man den täglichen Kontakt zu ihm braucht wie die Pflanze das Sonnenlicht, gab es viel zu oft „Wichtigeres“ zu tun oder ich war zu müde, hatte keine Lust, fühlte mich leer, wollte lieber einen Film oder Fußball sehen usw. Nun zieht keine Ausrede mehr. Ich kann mir täglich Zeit für ihn nehmen, aber am besten im Tageslauf einplanen, sonst wird es wieder nichts (siehe meine guten Vorsätze für 2014).
Heute Morgen haben meine Frau und ich gemeinsam die „Laudes“ gebetet. Das sind Lobgesänge aus dem Stundengebet der katholischen Kirche, die morgens gebetet werden. Priester und Ordensleute sind durch ihre Weihe zu diesem Breviergebet verpflichtet, das 2. Vatikanische Konzil hat es allerdings allen Gläubigen empfohlen.
Die wenigsten werden diese Empfehlung wohl umsetzen. Für viele hat das Stundengebet den Beigeschmack einer unangenehmen Pflichtübung, außerdem überfordern die hohen Anschaffungskosten für die Bücher und die anspruchsvolle Handhabung viele Anfänger im Gebet. So werden sie nicht entdecken, welch reichen Gebetsschatz das Stundenbuch enthält, wie es uns zum Kennen- und Liebenlernen der Hl. Schrift und zu den Wurzeln unseres Glaubens führt.
Doch – Steve Jobs und dem kath. Pressebund sei Dank! – das Stundengebet ist jetzt ganz einfach geworden. Ihr könnt es euch kostenlos als App auf eure Smartphones oder Tablets herunterladen.
Wie man es betet, wird am Anfang erklärt. Jeder, der lesen und sein Handy starten kann, wird das hinbekommen. Und das Beste: Wenn man die App startet, wird gleich der richtige Tag angezeigt und man braucht nicht lange zu blättern. Wer will, kann sich sogar per Signalton an das Gebet erinnern lassen oder bei Zeitmangel eine Kurzform wählen. Es werden immer gleich die Daten für zehn Tage im voraus geladen, so dass die App auch ohne Internetverbindung funktioniert.
Meine Frau und ich wollen jetzt jeden Tag mit der Laudes beginnen (auch nach den Ferien, wenn sie wieder zur Arbeit muss). Das gemeinsame Gebet heute Morgen war ein guter Start in den Tag, der uns sehr bereichert und im Glauben gestärkt hat. Einen Satz aus dem Morgenlob der Kirche musste ich gleich danach auf Facebook posten, weil er mich so angesprochen hat (s. Foto oben).
Probiert es doch auch einmal: App herunterladen und testen. Ihr müsst ja nicht gleich das ganze Stundengebet beten. Laudes , Vesper (Abendlob) oder Komplet (Tagesabschluss) wären schon einmal ein Anfang.
 Gerhard Lenz (für „Gott in Berlin“)
Das Stundengebet der Kirche - jetzt auch als App



1 Kommentar:

Erimarl hat gesagt…

Eine wunderbare Sache, diese App. Die regelmäßigen Gebete vertiefen die Beziehung zu Gott. Nicht alle Psalmen sind verständlich, aber bei manchen Sätzen kann man verweilen und Anregungen für das innere Leben erhalten.