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Freitag, 26. April 2013

Sexuell missbraucht: Justin Biebers Mutter (2)


Immer mehr Leute rieten ihr: „Pattie, treib ab!“ Sie war richtig schockiert darüber, wie groß der Druck auf sie wurde, diesen Weg einzuschlagen. Sie musste regelrecht darum kämpfen, dieses Baby behalten zu dürfen. Eine Abtreibung kam für sie nicht in Frage, auch wenn sie früher selbst der Meinung gewesen war, Frauen sollten das Recht auf Abtreibung haben.
Die Geschichte von Justin Biebers Mutter
Gott kann dir helfen,
den Weg nach oben zu finden
Ihre Eltern brachten sie ins Bethesda-Zentrum in London, Ontario, Kanada. Hier lebte sie mit anderen schwangeren Teenie-Müttern zusammen, war aber oft sehr unglücklich. Auch ihre Beziehung zu Gott ließ zu wünschen übrig: „Wenn alles gut lief, glaubte ich, dass Gott mich liebte. Doch sobald es schwierig wurde, fühlte ich mich von Gott verlassen.“ Dennoch vertraute sie ihr Leben Gott neu an und hoffte, eine zweite Chance zu bekommen.
Justin Bieber erblickt das Licht der Welt
Am 1. März 1994 wurde ihr Baby um ein Uhr morgens geboren: „Es war der herrlichste Moment meines Lebens... Wie um alles in der Welt konnten zwei völlig kaputte Teenager wie wir ein so atemberaubendes Baby hervorbringen?“ Dieses Baby ist heute weltweit bekannt unter dem Namen Justin Bieber: unzählige Hits, Platin-Alben, Grammys, American Music Awards, Welttourneen...
Doch bis dahin war es noch ein dornenvoller Weg für seine Mutter: „Alleinerziehende Mütter stemmen ein großes Gewicht. Sie sind oft einsam. Überfordert. Darauf bereitet uns nichts und niemand vor.“ Eine Tonne Gebet und Willenskraft rettete sie durch ihre ersten Jahre mit Justin.
Eines Tages konnte Pattie sogar ihren Schulabschluss nachholen, weil ein Nachbar die Kosten für Justins Unterbringung in einem Hort bezahlt hatte. Trotzdem fehlte es oft am nötigen Geld oder einer geeigneten Wohnung. Sie ging durch Zweifel und Dunkelheit, auch sechs Jahre nach ihrer ersten Begegnung mit Gott. Ihre einzige Rettung war immer wieder das Gebet: „Nein, ich hielt Gott nicht für einen Automaten, in den ich ein Gebet einwarf und ein Wunder herauskam.“ Und trotzdem wurde ihr immer wieder geholfen – manchmal aber erst im letzten Moment.
Pattie beschreibt in ihrem Buch auch die schönen Seiten ihres Lebens als Mutter des kleinen Justins. Dennoch hatte sie immer wieder mit Depressionen zu kämpfen, probierte an die sechzig Medikamente dagegen aus, doch es gab keine Wunderpille für sie. So klammerte sie sich immer fester an ihren christlichen Glauben, der ihr Halt gab: „Bei Gott bekam ich Kraft und Mut. Offen gesagt, hatte ich gerade in dieser Wüstenzeit einige der tiefsten Begegnungen mit ihm. Aber es war nicht leicht.“
Mit 12 Jahren wollte ihr musikalisch begabter Sohn unbedingt an einem Gesangswettbewerb teilnehmen. Seine Mutter war von der Idee nicht begeistert, willigte aber schließlich ein. Auch wenn Justin den Wettbewerb nicht gewonnen hatte, war es doch der Beginn seiner Karriere, denn er bat seine Mutter, die Videos vom Wettbewerb bei YouTube einzustellen, damit seine geliebte Oma Kate sie sehen konnte. Diese Videos wurden ein Renner.
Schon bald interessierte sich ein Musikproduzent für ihn, der seine Karriere anschieben wollte. Doch seine Mutter hielt nichts davon. Sie hegte den frommen Wunsch, dass er in einer christlichen Anbetungsband spielen oder Jugendpastor werden sollte. „Es ist gefährlich“, sagte sie. „Da kann so viel passieren. Justin ist doch erst dreizehn Jahre alt. Er muss noch viel lernen, erwachsener zu werden.“
Nach längeren inneren Kämpfen, Gebet und Beratungen stimmte sie einer Musiklaufbahn zu, achtete aber darauf, dass sich in seinem Umfeld Menschen befanden, die auf eine gute Entwicklung seiner Persönlichkeit achteten, mit ihm beteten und ihm ein Vorbild waren.
Wer Gott liebt, dem dient alles zum Guten
Heute versucht Pattie Mallette, sich nicht mehr nur als die „Mutter von Justin Bieber“ zu definieren, sondern ein neues Kapitel ihres Lebens zu beginnen. Sie will besonders für junge Frauen mit Problemen ein Zeichen dafür sein, dass es stimmt, was in der Bibel steht: „Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten“ (Römer 8,28).
Ja, sie wurde missbraucht und musste sich eingestehen, ein Opfer zu sein. Aber sie will nicht den Rest ihres Lebens „damit vergeuden, mich selbst zu bemitleiden“. Sie hat gelernt, sich selbst und anderen zu vergeben, weil der Schmerz sonst nicht heilen kann.
Einen besonderen Platz in ihrem Herzen nehmen Teenie-Mütter ein: „Aber nicht nur sie kämpfen um ein Fünkchen Hoffnung: auch alleinstehende Mütter, Drogenabhängige und Missbrauchsopfer. All denen möchte ich Mut machen: Vielleicht stehst du gerade am Rande des Bankrotts oder vor einer Scheidung. Oder du kommst aus einer zerrütteten Familie, kämpfst mit Depressionen und Ängsten, bist gefangen in Furcht und Schuldgefühlen... Vielleicht wurdest du verlassen, abgelehnt oder abgeschrieben. Genau für dich habe ich meine Geschichte aufgeschrieben. Ich möchte dir Mut machen: Es gibt Hoffnung! Egal, wo du heute stehst – wie zerbrochen, verwundet oder beschämt du bist -, egal, wie sehr du leidest: Gott kann dir helfen, den Weg nach oben zu finden. Wenn er es bei mir geschafft hat, dann schafft er es auch bei dir. Ganz sicher.“
Und wenn du Unterstützung brauchst, wende dich an die E-Mail-Partner von Gott in Berlin. Sie haben Zeit für dich oder können dir Seelsorger bzw. Gemeinden vermitteln, die dir weiterhelfen.
Gerhard Lenz


Den ersten Teil schon gelesen? Findest du hier: Justin Biebers Mutter (1)

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